Audio

gesprochen von Markus Kambeck

Das Dorf – aus der Ortsgeschichte von Benedikt Schwarz

Lesen Sie Auszüge aus dem vollständigen Artikel

Das Dorf Grünwinkel

Nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg, der 1697 mit dem Frieden von Ryswijk beendet wurde, waren viele Menschen aus Baden geflohen. Das Württembergische, die Schweizerische Eidgenossenschaft oder auch das Elsaß hielten sie für sicherer. Kehrten sie in die zerstörten Ortschaften zurück, mussten sie meist kärglich in Ruinen und notdürftig hergerichteten Häusern leben. Der badische Hofstaat war in Schlackenwerth in Böhmen und als Markgräfin Sibylla Augusta erstmals badischen Boden betrat, war die badische Markgrafschaft verwüstet. Schon 1679 hatten sich die Jesuiten in Ettlingen beschwert, es gäbe keine Bauern mehr, die das Land bestellen könnten. Und so befahl Markgraf Ludwig Wilhelm 1697 die Übersiedlung von böhmischen Bauern nach Baden.

Ausschnitt aus einer Militärkarte

Ausschnitt aus einer Militärkarte aus dem Spanischen Erbfolgekrieg 1706, auf der das bereits in seinen Grundzügen angelegte Straßendorf „Krauwenwinkel“ zu sehen ist (Norden liegt nach rechts).

1701 brach der Spanische Erbfolgekrieg aus. Wieder erfolgten Truppenlager und Kampfhandlungen französischer und österreichischer Truppen am Oberrhein. Am 4. Januar 1707 starb Markgraf Ludwig Wilhelm. Nach dem Tod des Markgrafen übernahm Sibylla Augusta die Regierung und sie fand die badischen Lande in ähnlicher Verfassung vor, wie sie diese 1697 kennen gelernt hatte. So ist es zu verstehen, wenn die Gemeinde Grünwinkel 1768 an Markgraf August Georg schreibt: „Ew. Hochfürstliche Durchlaucht dürfte vielleicht annoch gnädigst rückerinnerlich beiwohnen, dass hochfürstlich deroselben Frau Mutter den Ort Grauwenwinkel hat anlegen lassen“.

Benedikt Schwarz führt dazu aus:

„Diese Frau Mutter war die Markgräfin Auguste Sybille, die Gemahlin des Markgrafen Ludwig von Baden, der unter dem Namen Türkenlouis bekannt ist. Der Umstand, daß die Markgräfin sich viel in Ettlingen im Schloß aufhielt, und der Markgraf des öftern in den benachbarten Schanzen der Ettlinger Linien weilte, berechtigt uns zur Annahme, daß beide dem Grünwinkler Hof besondere Aufmerksamkeit zuteil werden ließen. Auf einer alten Gemarkungskarte finden wir noch zwei Stellen im heutigen Blömfeld als Schanze eingezeichnet; die eine ist ungefähr da, wo heute die Kapelle steht, am Knie der Alb, die andere an der Mühlburger Brücke.

weiterlesen im PDF