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gesprochen von Markus Kambeck

 

Der Ortsname

Sehr anschaulich hat Benedikt Schwarz am Anfang seines Heimatbuches den Namen Grünwinkel abgeleitet. Heute würde man eher vermuten, dass der Name von der landschaftlich reizvollen Lage des Stadtteils am Albgrün stammt. Kaum jemand würde die Krähen als Namensgeber vermuten. Aber lassen wir uns von Benedikt Schwarz aufklären:

„Das Dorf Grünwinkel ist im Gegensatz zu den umliegenden Ortschaften Beiertheim, Bulach, Daxlanden, Knielingen und Mühlburg eine verhältnismäßig neue Gründung.

Ungefähr um dieselbe Zeit, etwas vorher, als Markgraf Karl Wilhelm von Baden­Durlach den Grundstein zu einem Jagdschlosse im Hardwald legte und so den Anstoß zur Gründung der Stadt Karlsruhe gab, beschloß die Gemahlin des Mark­ grafen Ludwig Wilhelm von Baden­Baden (Türken­ louis), die Markgräfin Auguste Sibylle, aus dem herrschaftlichen Gutshofe Grünwinkel nach dem Muster ihres böhmischen Gutes bei Schlackenwerth eine sogen. böhmische Wirtschaft zu machen, zu welchem Zwecke sie mehrere Familien beim genannten Hofe ansiedeln ließ. So entstand zu Anfang des 18. Jahrhunderts das Dorf Grünwinkel.

Der Gutshof Grünwinkel selbst ist eine viel ältere Gründung; wir können seine Existenz bis ins 15. Jahrhundert zurück nachweisen. Doch ist aus den folgenden Nachweisen zu entnehmen, daß die Siedelung eine viel ältere sein dürfte und in einer Zeit entstanden sein mag, als drüben am Rhein die ersten Kolonnen den Grund zu Daxlanden und Knielingen legten und auf Inseln im Altrhein ihre Fischerhütten bauten, aus denen Beiertheim und Bulach entstanden. Das Gelände auf dem vorspringenden linken Albufer, auf dem heute noch Grünwinkel liegt, lud zur Siedelung ein. Der Name der Kolonnen, wie er in Knielingen, Durmersheim und anderen Ortsbezeichnungen erhalten geblieben ist, wurde nicht auf seine Siedelung übertragen. Diese erhielt eine andere.

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