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gesprochen von Markus Kambeck

Das Dorf – aus der Ortsgeschichte von Benedikt Schwarz

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Grünwinkel und sein Wappen

Grünwinkel ist berechtigt, wie auch alle anderen Gemeinden, Städte, Landkreise und Verwaltungsämter, ein Wappen zu führen. Solch ein Wappen ist für die Bevölkerung ein wichtiges Identifikationsmerkmal mit ihrer Heimat.

Die Wappenkunde oder Heraldik hat besondere Regeln und ihre eigene Fachsprache. Seit der Mitte des zwölften Jahrhunderts gibt es die Wappen in unserer Kultur. Das Wort „Wappen“ aus dem Niederländischen ist stammverwandt mit dem deutschen Wort „Waffe“. Damit lässt sich der Ursprung des Wappens in der Bewaffnung des mittelalterlichen Rittertums ableiten. Auf dem Schild oder dem Banner angebracht, dienten die Wappen als weithin sichtbares Erkennungszeichen der Ritter.

Zunächst führten der hohe und niedere Adel Wappen, bis sich im 13. Jahrhundert auch bei den Geistlichen, Bistümern und Abteien, Städten und Dörfern der Gebrauch des Wappens verbreitete. So wurden die Wappen auch mit der Zeit Kennzeichen von Bürgern und Handwerkern.

Spezielle Beamte überwachten den Gebrauch der Wappen: die Herolde, nach denen auch die Wappenkunde als Heraldik bezeichnet wird. Für die kommunalen Wappen gibt es allerdings fast keine Bildquellen. Einige Gerichtssiegel der Städte und Dörfer erinnern uns an ihre mittelalterliche Existenz. Auch gab es in Baden bis ins 19. Jahrhundert keine verbindlichen Verordnungen für die Regelung der Wappen oder Siegel.

Erst die badischen Organisationsedikte der Jahre 1803 bis 1809 enthielten Vorschriften für den Umgang mit Siegeln und Wappen. Seit 1895 wurde durch das großherzogliche Innenministerium eine einheitliche Wappengestaltung für die Gemeinden eingeleitet.

Wappenvorschlag um 1900

Wappenvorschlag um 1900

Vor dem Ersten Weltkrieg erhielten fast alle badischen Gemeinden einen Entwurf des Generallandesarchivs für ihr Wappen nach heraldischen Erkennungen. So auch Grünwinkel.

Die farbliche Gestaltung (Tingierung) eines Wappens kennt nur die vier heraldischen Farben blau, grün, rot und schwarz, keine Zwischenstufen wie rosa oder orange. Hinzu kommen noch die zwei sogenannten Metalle Gold und Silber, die auch durch Gelb und Weiß dargestellt werden können. Möglicherweise soll der Spaten an die landwirtschaftliche Tradition des Ortes Grünwinkel erinnern.

Siegel der Gemeinde Grünwinkel.

Siegel der Gemeinde Grünwinkel.

Hans Georg Zier beschreibt das Grünwinkler Wappen in „Siegel und Wappen der Stadt Karlsruhe und ihrer Vororte“ wie folgt:

„Grünwinkel – In Blau ein silbernes Spatenblatt. Das dem Vollmachtsformular zur Gemeindshuldigung vom 19. August 1811 (siehe Kapitel „Die Gemeinde Grünwinkel – Verwaltung und Selbstverwaltung“, Seite 96 f) beigefügte ovale Siegel der Gemeinde zeigt ein Spatenblatt, von Zweigen umgeben, darüber die Buchstaben GWL. Dem Stil nach stammt es aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Ähnlich ausgeführt ist ein um 1830 benütztes Prägesiegel. Um die Jahrhundertmitte erscheint das Spatenblatt „gekürzt“, (d.h. mit der Spitze nach oben gekehrt), dieser Fehler ist korrigiert in einem um 1880 geschnittenen Stempel, doch hat hier das Spatenblatt mehr die Form eines Pflugeisens angenommen. Im Sommer 1900 empfahl das Generallandesarchiv der Gemeinde die Berichtigung des Gemeindewappens. Der Gemeinderat stimmte den Vorschlägen des Archivs zu. Stempel mit dem schönen alten Wappen wurden 1901 von dem Karlsruher Hofgraveur Mayer geliefert.“

Wappen Grünwinkel

Wappen Grünwinkel

 

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