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gesprochen von Markus Kambeck

 

FC Albsiedlung 1954 e.V.

Ähnlich wie in der Hardeck- und Heidenstücker-Siedlung stand der Volkssport Fußball in der Albsiedlung in den für die Bevölkerung schwierigen Jahren nach 1945 hoch im Kurs. Vielleicht zusätzlich beflügelt durch den überraschenden Gewinn des Weltmeister-Titels durch die deutsche Nationalmannschaft im gleichen Jahr, beschlossen 21 Fußball-Interessierte am 5. August 1954 in der damaligen Gaststätte „Albsiedlung“ einen Fußballverein mit dem Namen „Fußball-Club Albsiedlung“ (FCA) zu gründen. Nach Ausarbeitung der erforderlichen Statuten, der Anmeldung beim Badischen Fußballverband, der Beschaffung von Bällen und Spielkleidung konnte schon am 4. Dezember 1954 zur ersten Generalversammlung in die Gaststätte „Römerhof“ eingeladen werden, die mit 25 Personen gut besucht war. Dringlichstes Problem für den jungen Verein war das Finden einer geeigneten Sportstätte.

Die Mannschaft des FC Albsiedlung im Gründungsjahr 1954.

Die Mannschaft des FC Albsiedlung im Gründungsjahr 1954.

Die Anmeldung beim Badischen Fußballverband bewirkte, dass die Albsiedlung-Fußballer in der Saison 1955/56 in die B-Klasse, als der damals untersten Spielklasse, eingereiht wurden. In sportkameradschaftlicher Weise leistete in jener Zeit der FSV Hardeck Grünwinkler Nachbarschaftshilfe und gestattete dem noch „heimatlosen“ Verein, dessen Punktspiele auf seiner Anlage auszutragen. In den Annalen des Vereins ist das Ergebnis des ersten Verbandsspieles am 28. August 1955 festgehalten: Es endete gegen VSV Büchig 3:3 und bescherte dem FCA somit den ersten Punktgewinn der Vereinsgeschichte!

 

Eigener Sportplatz und Vereinsheim

Die intensiven Bemühungen des FCA zur Schaffung eines eigenen Sportgeländes führten schließlich 1960 zum lang ersehnten Erfolg. Dem Verein wurde das ehemalige Reitervereinsgelände in der Hohl (Alb-Tiefgestade) zur Anlage eines Fußballplatzes überlassen. Mit enormer Eigenarbeit und einem vorbildlichen Gemeinschaftsgeist wurde das Areal durch die Vereinsmitglieder im Spätjahr 1960 zu einem Fußballplatz umgestaltet. Ein Clubhaus-Provisorium krönte die beeindruckenden Eigenleistungen und beendete die bis dato zwangsläufige „Heimatlosigkeit“.

Während sich in sportlicher Hinsicht die 1. Mannschaft in der B-Klasse des Fußballkreises etablierte und als achtbarer Gegner galt, war das Bemühen der damaligen Vorstandschaft zielstrebig darauf ausgerichtet, den inneren Zusammenhalt der Vereinsgemeinschaft durch den Bau eines Vereinsheimes zu festigen. Auf den Tag genau zehn Jahre nach der Vereinsgründung war es dann am 5. August 1964 soweit: Der um das Vereinswesen in Grünwinkel verdiente, inzwischen verstorbene Stadtrat Willi Kastin (siehe Kapitel „Kulturelle Vereine“, Seite 426-427) konnte in feierlicher Form das in Eigenarbeit erstellte schmucke Vereins- heim einweihen. Die Festrede bei diesem Anlass hielt sein aus Daxlanden stammender Stadtrat-Kollege Gerhard Stein, der längere Zeit der FCA-Vorstandschaft angehörte.

 

Erstmaliger Aufstieg in die A-Klasse

Immer wieder durch Ausfälle und Spieler-Abgänge geschwächt, vermochte der FCA in den Folgejahren im Punktspielbetrieb der B-Klasse keine nennenswerte Rolle zu spielen. Dies änderte sich grundlegend in der Saison 1975/76. Ein Trainerwechsel war wohl dafür maßgebend, dass zunächst die Staffelmeisterschaft und so- dann die Kreismeisterschaft der B-Klasse errungen werden konnte. Mit diesem Erfolg war der Aufstieg in die A-Klasse verbunden. In dieser Klasse konnte sich der Verein bis 1979 halten. Einen außergewöhnlichen sportlichen Aufschwung leitete 1992 der Exnationalspieler und ehemalige KSC-Profi Wilfried Trenkel als neu verpflichteter Spielertrainer ein. Nach einer unglaublichen Saison 1992/93 mit insgesamt 102 erzielten Toren wurde wiederum der Aufstieg in die A-Klasse geschafft. In dieser Klasse spielte der FCA bis zum erneuten Abstieg in die B-Klasse 1998.

Im Vordergrund der Vereinsaktivitäten in dieser Zeitspanne stand jedoch nicht nur die 1. Mannschaft als Aushängeschild. Gleichermaßen wurde durch engagierte Mitglieder die so wichtige, erfolgreiche Jugendarbeit geleistet. Die Gründung einer Altherren-Abteilung diente ebenso der Festigung der Vereinsgemeinschaft. Um die finanziellen Rahmenbedingungen des Vereins zu verbessern, wurde ein Förderkreis gegründet, der u. a. zeitweise zu den jeweiligen Verbandsspielen ein Programmheft auflegte.

Aus dem Kreis der Mitglieder-Frauen gründete sich 1995 eine florierende Damen-Gymnastikabteilung, die das Vereinsgeschehen seither in vielerlei Hinsicht bereichert. Über den Verein hinaus machten sich die FCA-Frauen durch ihre stets originelle Mitwirkung bei den Faschingsumzügen in der Region einen Namen. Die mittlerweile notwendige Renovierung bzw. Umgestaltung des Vereinsheimes einschließlich der Anlegung eines Biergartens besorgten die Mitglieder im Zeitraum 1997/98 in gewohnt hingebungsvoller Eigenarbeit. Durch den erstmaligen Aufstieg in die Bezirksliga belohnte im Jahr 2000 die 1. Mannschaft die gesamte Mitgliederschaft mit einem herausragenden sportlichen Erfolg.

Kurz darauf erfolgte ein gleichermaßen deprimierender wie steiler sportlicher Abstieg. Mit teilweise zweistelligen Niederlagen wurde der durch Spieler-Abgänge enorm geschwächte Verein quasi von der Bezirksliga in die Kreisklasse C in einem Zug „durchgereicht“. Für viele Außenstehende schien das Ende des FCA gekommen! Um so bemerkenswerter, dass der Verein gegenwärtig trotz großer finanzieller Belastungen infolge eines Wasserohrbruches auf dem Sportgelände die Weichen für einen Neuanfang gestellt hat. Die 1. Mannschaft kann sich in der Kreisklasse C im vorderen Tabellenfeld behaupten, die Jugendarbeit wurde aktiviert und die unvermeidlichen Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten auf der Vereinsanlage werden derweil zügig angegangen. So blicken die 126 Mitglieder (Stand 2007) trotz des fraglos sportlichen Wellentales, welches in der jüngeren Vergangenheit das Vereinsgeschehen prägte, optimistisch und hoffnungsvoll in die weitere Zukunft.