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gesprochen von Markus Kambeck

 

Fußballverein Grünwinkel 1910 e.V.

Das Wirken des Karlsruher Fußballpioniers Walter Bensemann, dem die Fächerstadt ihren Ruf als eine der Metropolen dieser Sportart zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts verdankte, strahlte sicherlich auch in die Region aus. So entstanden um diese Zeit nicht nur in Karlsruhe selbst, sondern auch ringsherum eine Reihe von Fußballvereinen. Auch in Grünwinkel wurde kurz nach 1900 bereits Fußball gespielt. Nach den Überlieferungen wurde 1905 der erste Fußballclub gegründet, der auf Dauer jedoch nicht bestehen konnte. Die im Turnverein schon 1908 entstandene Fußballabteilung existierte gleichfalls nur kurzfristig. Ein weiterer Versuch, einen Fußballverein in Grünwinkel zu gründen, schlug ebenso fehl.

Um jene Zeit existierte in Mühlburg der sogenannte „wilde“, weil keinem Verband angeschlossene, Fußballverein Britania, dessen Vereinslokal die Gaststätte „Rheinhäfele“ war. Diesem Verein gehörte auch eine Anzahl Spieler aus Grünwinkel an. Da der Verein gegen die Verbandsvereine aus Mühlburg nicht bestehen konnte, schieden die Spieler aus Grünwinkel aus und beschlossen, einen eigenen Verein zu gründen. Diesem Beispiel folgten nahezu alle Mitglieder, sodass sich der Verein Britania kurz darauf auflöste.

Gegen Ende 1909 fand im Gasthaus „Zum Engel“ die Gründungsversammlung für den neuen Fußballverein Grünwinkel (FV) statt. 30 Mitglieder erklärten ihren Eintritt, als Gründungstag des neuen Vereins wurde der 1. Januar 1910 bestimmt. Zum 1. Vorsitzenden wurde Karl Muser gewählt, der als exponierte Persönlichkeit dem neuen Verein von Anbeginn Profil verlieh. Als Spielfeld diente zunächst der Karlsruher Exerzierplatz. Der Zusammenhalt des neuen Vereins war stark ausgeprägt. Hierzu trugen neben der sportlichen Betätigung auch gesellige Veranstaltungen bei, deren Erlöse zugleich als finanzielle Grundlage der Vereinsgemeinschaft dienten, da andere Einnahmen nicht zu erzielen waren.

Südlich des Eiskellers an der durmersheimer Straße befand sich der erste Sportplatz in Grünwinkel.

Südlich des Eiskellers an der durmersheimer Straße befand sich der erste Sportplatz in Grünwinkel.

Im April 1911 wurde beschlossen, dem Süddeutschen Fußballverband beizutreten und an dessen Spielbetrieb teilzunehmen. Dies gab dem Verein in sportlicher Hinsicht einen beträchtlichen Auftrieb, verschärfte jedoch zugleich das größte Vereinsproblem, nämlich das Fehlen einer Spielstätte in Grünwinkel. Als Retter in der Not erwies sich schließlich die Firma Sinner, die dem jungen Verein die mit vielen Gräben durchzogene Wiese beim Bassin unterhalb des Eiskellers in der Durmersheimer Straße als Fußballplatz zur Verfügung stellte. Die Einebnung der Sinner-Wiese erforderte den ganzen Einsatz aller Mitglieder. Wochenlang wurde nahezu an jedem Abend auf der Wiese gearbeitet, sodass der Verein im Herbst 1911 endlich über den ersehnten Platz verfügen konnte. Trotz angespannter Finanzlage kaufte der Verein in jenem Jahr für 300 Mark Rahmenschenkel für die Tore und für die Barriere. Hierfür übernahm der damalige Engelwirt Fetzner eine Bürgschaft.

 

Aufschwung durch neuen Sportplatz

Der neue Sportplatz fand allgemein Anklang. Er war von drei Seiten umrahmt von natürlichen Zuschauerwällen. Es gab Stimmen, die den neuen Grünwinkler Fußballplatz als den schönsten nach dem berühmten KFV-Platz in der Hertzstraße bezeichneten. Beim Einweihungsspiel gegen den damals spielstarken Verein Frankonia Karlsruhe wehte erstmals an dem Fahnenmast die schwarz-grün-rote Vereinsfahne. Inzwischen war der Verein auf über 100 Mitglieder angewachsen. Sportlich ging es ebenfalls steil bergauf. 1913 erfolgte bereits der Aufstieg in die B-Klasse. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 verhinderte die sportliche Weiterentwicklung. Bis auf einen Spieler musste die erste und die zweite Mannschaft komplett die Fußballbekleidung mit der Uniform tauschen. Dem ehemaligen 1. Vorsitzenden Karl Muser, der nach kurzem Kriegsdienst vom Militär freigestellt worden war, gelang es zu Beginn der Kriegsjahre, aus Jugendlichen eine Mannschaft zu formen, die bei den Meisterschaften des Gaues Mittelbaden sensationell erst im Finale dem 1. FC Pforzheim unterlag. Ab 1916 musste dann allerdings jeglicher Spielbetrieb eingestellt werden.

Bald nach Kriegsende 1918 wurde beschlossen, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Zu Beginn des Jahres 1919 fand die erste Versammlung des Vereins in der Gaststätte „Lokalbahn“ statt. Zum Vereinsvorsitzenden wurde Ludwig Brannath gewählt, der ähnlich wie Karl Muser in der Vorkriegszeit mit seiner kraftvollen Persönlichkeit den Verein prägte. Die Schwierigkeiten in jener Zeit waren immens. Der mit viel Mühe errichtete Sportplatz war während des Krieges als Exerzierplatz genutzt und als Spielstätte unbrauchbar geworden. Die Verbandsspiele mussten deshalb auf dem Daxlander Sportplatz ausgetragen werden. Durch Sammlungen wurden die Finanzmittel für den Kauf von Bällen und Spielkleidung aufgebracht. Bereits im ersten Jahr gelang der Aufstieg in die A-Klasse. Im Herbst 1919 erhielt der Verein seinen ursprünglichen Platz zurück und konnte fortan wieder in Grünwinkel seine Punktspiele absolvieren.

 

Übertritt zur Organisation des Arbeitersports

Die sich weiter einstellenden sportlichen Erfolge wurden seinerzeit überlagert durch Querelen mit dem Verband wegen aus der Sicht des Vereins ungerechtfertigten Aufstiegsregelungen. Bei einer Urabstimmung der Mitglieder im März 1922 wurde mit großer Mehrheit beschlossen, aus dem Süddeutschen Fußballverband auszutreten und sich der Sparte Fußball des Arbeiter-Turn- und Sportbundes (ATSB) anzuschließen. Welche verhängnisvolle Bedeutung dieser Beschluss für die weitere Geschichte des Vereins haben sollte, war damals natürlich nicht abzusehen. Es würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen, der berechtigten Frage nachzugehen, ob für den Übertritt zur Organisation des Arbeitersportes tatsächlich nur Verbandsquerelen maßgebend waren oder ob nicht auch ideologische/politische Gründe für eine solch weitreichende Entscheidung eine Rolle spielten.

Heimspiel des FV Grünwinkel in den 1920er Jahren.

Heimspiel des FV Grünwinkel in den 1920er Jahren.

Nach dem Übertritt zum ATSB wurde der Spielbetrieb zunächst mit Freundschaftsspielen gegen andere spielstarke Arbeiter-Sportvereine fortgesetzt. In organisatorischer Hinsicht geriet der Verein im gleichen Zeitraum erneut in beträchtliche Schwierigkeiten: Der nach 1918 zum zweiten Mal mit großem Aufwand hergerichtete Sportplatz wurde kurzfristig gekündigt. Die Grünwinkler Fußballer mussten ihre Spiele fortan auf den Anlagen der Vereine FC Union und Freie Turner Karlsruhe austragen. 1924 war es wiederum die Fa. Sinner, die durch ihre Anregung, auf ihrem sogenannten „Schuttbuckel“ an der Durmersheimer Straße ein Spielfeld zu errichten, dem Verein zu einem eigenen Sportgelände verhalf. Mit Unterstützung der Stadt Karlsruhe wurde dieses Areal 1925 in mühevoller Eigenarbeit planiert und zu einem Sportplatz umgestaltet. Die Firma Sinner gewährte hierzu einen Kostenzuschuss von 1.000 Mark. Das neue Sportgelände sorgte für die erhofften frischen Impulse. 1926 beteiligte sich der FV mit drei Seniorenmannschaften und auch zwei Jugendmannschaften am Wettkampfbetrieb des ATSB.

Aktive der ehemenligen DJK Grünwinkel.

Aktive der ehemenligen DJK Grünwinkel.

Im gleichen Jahr war mit der DJK ein weiterer Fußballverein in Grünwinkel gegründet worden. Offenbar belebte die Konkurrenz das sportliche Geschehen. Die DJK-Fußballer verfügten, ebenso wie der FV, über eine beachtliche Spielstärke und schafften einige Jahre nach ihrer Gründung sogar den Aufstieg in die Gau-Klasse des DJK-Verbandes. DJK Grünwinkel hatte zunächst seinen Sportplatz auf dem heutigen Michelin-Gelände, später wurde ein Platz neben dem FV Daxlanden errichtet. Dem FV Grünwinkel gelang es indessen mit dem Bau eines Vereinsheimes 1927 einen langgehegten Wunsch zu erfüllen. Auch zu diesem Vorhaben leistete die Firma Sinner durch Gewährung einer Bankbürgschaft über 9.500 Mark eine wesentliche Hilfe. Das Vereinsheim wurde rasch zum finanziellen Rückhalt des Vereins und war Ort für zahlreiche gesellige Veranstaltungen. Ausweislich der Chronik des VfB Knielingen bescherte das Jahr 1929 dem FV einen herausragenden Erfolg. Grünwinkel gewann in der 1. Spielklasse der Region Karlsruhe der Fußballsparte des ATSB den Titel vor dem Arbeiter-Fußballverein aus Knielingen. Ein Höhepunkt des Vereinslebens war eine drei- tägige Sportwoche im August 1930 anlässlich des 20. Geburtstags. Die Spielstärke nahm 1932 etwas ab, nachdem einige Spieler zum inzwischen gegründeten dritten Grünwinkler Fußballverein „Blau-Weiß“ gewechselt waren.

 

Schicksalsjahr 1933

Die unselige Zeit von 1933 wurde zum Schicksalsjahr für den Grünwinkler Fußballsport: Der FV als Arbeitersport-Verein und die DJK als konfessioneller Verein wurden von den Nazis verboten. Das Vermögen des FV, das einschließlich des Vereinsheims mit 22.000 Mark beziffert wurde, beschlagnahmten die neuen Machthaber. Blau-Weiß Grünwinkel spielte noch kurzzeitig auf dem FV-Platz, ehe auch dieser Verein, weil er sich offenbar weigerte, der neuen NS- Sportorganisation beizutreten, 1934 aufgelöst wurde. Nahezu während der gesamten NS-Zeit existierte demzufolge in Grünwinkel kein Fußballverein. Das unter viel Mühen errichtete Heim des FV nutzte die örtliche NSDAP als Parteiheim. Das Haus wurde vermutlich deshalb 1945 von den Franzosen, Karlsruhes erster Besatzungsmacht, angezündet und brannte vollständig nieder.

Ähnlich wie nach dem Ersten Weltkrieg war der Neuanfang für Grünwinkels Fußball nach 1945 ungemein schwer. Zunächst wurde mit ehemaligen und jungen Spielern eine Fußballabteilung im TSV Grünwinkel 1862 gegründet. 1947 wurde der Beschluss gefasst, den ursprünglichen Fußballverein unter gleichem Namen wieder zu gründen. Die konstituierende Versammlung fand im damaligen Vereinslokal „Zur neuen Wacht“ statt, bei der u. a. festgelegt wurde, dass der wieder gegründete Verein zugleich die Rechtsnachfolge der einstigen Vereine „DJK“ und „Blau-Weiß“ übernimmt. Dem wieder erstandenen FV wurde von der Firma Sinner das alte Gelände als Spielstätte zur Verfügung gestellt. Von Anbeginn beteiligte sich der FV an der Spielrunde des Fußballkreises Karlsruhe.

Die Vorstandschaft des FV Grünwinkel im Jubiläumsjahr 1960.

Die Vorstandschaft des FV Grünwinkel im Jubiläumsjahr 1960.

Für das Vereins-Innenleben war die Errichtung einer Baracke, die 1950 zu einem Behelfs- Vereinsheim ausgebaut wurde, von großer Bedeutung. Sportlich war der Aufstieg 1950 in die 2. Amateurliga ein herausragender Erfolg. Nach zwischenzeitlichem Abstieg gehörte der Verein in den Spieljahren 1953/54 und 1954/55 erneut der 2. Amateurliga an. Das ursprüngliche Behelfs-Vereinsheim genügte bald den Ansprüchen nicht mehr, sodass 1955 ein stattliches Vereinshaus eingeweiht werden konnte. Im Laufe der Jahre wurde das Spielfeld renoviert, was auch der intensiven und vorbildlichen Jugendarbeit des Vereins zugute kam. Eine Zeitlang existierte im Verein auch eine Damenmannschaft. Ein sportlicher Höhepunkt war wiederum der Aufstieg in die Bezirksliga, in welcher der FV 1989/90 und 1990/91 spielte.

Die 1. Mannschaft des FV Grünwinkel im Jubiläumsjahr 1960.

Die 1. Mannschaft des FV Grünwinkel im Jubiläumsjahr 1960.

 

Wehmütiger Abschied von der Durmersheimer Straße

Die engen räumlichen Verhältnisse der Sportanlage an der Durmersheimer Straße hemmten die Entwicklung des FV. Der Verein drängte deshalb bei der Stadt Karlsruhe auf eine Verlegung. Unverhofft ergab sich hierfür 1997 eine äußerst günstige Lösung. Durch die Auflösung des SC Oberreut konnte der FV dessen Vereinsheim im Joachim-Kurzaj-Weg übernehmen. Auf dem dortigen Gelände wurde ein Trainingsfeld saniert, und bis heute wird das Hauptspielfeld gemeinsam mit dem benachbarten Sportzentrum Südwest Hardeck-Oberreut genutzt. Wenn sich der FV mit Aufgabe des traditionsreichen Sportplatzes in der Durmersheimer Straße, an den sich viele der älteren Mitglieder mit Wehmut erinnern, seither auch nicht mehr direkt im Zentrum des Stadtteils befindet, so hat der Umzug indessen doch vielerlei Vorteile gebracht. Im sportlichen Bereich ist gegenwärtig ein klarer Aufwärtstrend erkennbar. Im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit des FV ist nach wie vor die ausgezeichnete Jugendarbeit von entscheidender Bedeutung. Von den rund 250 Mitgliedern sind 160 Kinder und Jugendliche (Stand 2007). Dies ermöglicht es, für alle Nachwuchs-Klassen des Fußballkreises Karls ruhe Mannschaften zu melden. Neben Fußball bietet der FV noch sportliche Betätigungsmöglichkeiten für Boule und Gymnastik. Die ins- gesamt gesehen positive Vereinsentwicklung wird ergänzt durch ein solides und voraus- schauendes Finanzgebaren.

Erwähnenswert ist noch die Verbindung der einstigen Karlsruher Torwart-Legenden Hans und Wally Scheib zu Grünwinkel. Vater Hugo Scheib war lange Jahre Gemeindesekretär in Grünwinkel und wirkte in der Vorstandschaft des FV. Die Söhne Hans und Wally, die in Grünwinkel aufwuchsen, waren als Torhüter der 1. und 2. Mannschaft des VfB Mühlburg stadtbekannt. Wally Scheib ging später zum 1. FC Pforzheim und lebt noch heute in der Goldstadt. Hans Scheib war nach seiner Zeit beim VfB Mühlburg als Spieler und Trainer im FV aktiv. Er ist 1979 im Alter von erst 56 Jahren allzufrüh verstorben. Sein inzwischen ebenfalls verstorbener Sohn Hans-Peter erwarb sich als Chronist der Grünwinkler Ortsgeschichte Verdienste.

Mit der Meisterschaft in der Staffel 2 der Kreisklasse B im Spieljahr 2007/2008 und dem damit verbundenen Aufstieg in die Kreisklas- se A fügte der FV seiner sportlichen Erfolgs- bilanz einen weiteren Glanzpunkt hinzu. We- sentlichen Anteil an den jüngsten Grünwink- ler Fußball-Erfolgen hat Peter Hubert, der seit November 1997 den FV als Vorsitzender führt. Peter Hubert war in jungen Jahren selbst ein ausgezeichneter Fußballspieler. Er kam einst vom damaligen FSV Hardeck zum FV. Zwi- schendurch spielte er beim Amateurligist ASV Durlach höherklassig, ehe ihn seine aktive Lauf- bahn zurück zum FV und schließlich in die Verantwortung als Vereinsvorsitzender führte.

 

Albert Kuhm (genannt „Babbe“)

Außergewöhnliche Verdienste um den Verein hat sich Albert Kuhm, allgemein bekannt unter dem Name „Babbe“, durch sein langjähriges und herausragendes Wirken erworben. Er ist Ehrenmitglied und wird als vorbildliche Persönlichkeit des FV allseits geschätzt und anerkannt.

In Grünwinkler Fußballkreisen kennen ihn alle, von den alteingesessenen Bewohnern des Stadtteils viele: den verdienstvollen Grünwinkler Fußballpionier Albert Kuhm, allgemein bekannt unter dem gleichermaßen achtungsgebietenden und Sympathie ausstrahlenden Namen „Babbe“. Ohne „Babbe“ wäre der FV Grünwinkel in den vergangenen Jahrzehnten überhaupt nicht denkbar – und umgekehrt könnte sich Albert Kuhm ein Leben ohne seinen geliebten Fußballverein ebensowenig vorstellen. Kurzum: Der FV Grünwinkel und sein unvergleichliches und deshalb herausragendes Ehrenmitglied Albert Kuhm gehören untrennbar zusammen.

Albert Kuhm, geboren am 16. Dezember 1928 in der Karlsruher Weststadt, gelangte mit seinen Eltern und seinen sechs Geschwistern frühzeitig nach Grünwinkel. Er begann eine Lehre als Sattler, die er nicht abschließen konnte, weil er im Zweiten Weltkrieg Soldat werden musste. Er geriet in französische Kriegsgefangenschaft und konnte erst 1949 ins heimatliche Grünwinkel zurückkehren. Beruflich fand er eine Beschäftigung bei der bekannten Grünwinkler Baufirma Alban. Fußball war von frühester Kindheit an die große Leidenschaft von Albert Kuhm, sodass er sich folgerichtig unmittelbar nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft dem FV Grünwinkel anschloss. Er spielte aktiv in der ersten, zweiten und dritten Mannschaft, vorwiegend in der Abwehr. Insgesamt bestritt er für den FV Grünwinkel 343 Verbandsspiele in den verschiedenen Mannschaften, wobei er immerhin 160 Tore erzielte. Seine aktive Laufbahn beschloss er 1976 als Seniorenspieler in der AH-Mannschaft seines Vereins.

Albert Kuhm.

Albert Kuhm.

Vielmehr noch als aktiver Spieler wurde Albert Kuhm als Vereinsmitarbeiter weithin bekannt. Lange Jahre war er Mitglied des Vorstands. Sage und schreibe 40 Jahre amtierte er als Platzwart des ehemaligen Sportgeländes in der Durmersheimer Straße. „Seinen Sportplatz“ hütete er wie einen Augapfel. Zahlreiche Grünwinkler werden sich noch an den originellen und unermüdlichen „Zerberus“ der FV-Anlage erinnern. Albert Kuhm war stets mehr als Platz- wart. Er fungierte als Jugendtrainer, betreute die zeitweilig bestehende Damenmannschaft, übernahm als Wirt das Vereinsheim – immer wenn es irgendwo in der Vereinsorganisation hakte, war Albert Kuhm uneigennützig zur Stelle. Alle im Verein wussten, auf den „Babbe“ ist fortwährend Verlass. Ganz nebenbei sammelte er eine Vielzahl von Materialien über seinen Verein, sodass er über ein stattliches Archiv verfügt. Der wöchentliche Senioren- Stammtisch am Freitagabend im Vereinsheim gilt für ihn, obwohl derweil gesundheitlich angeschlagen, nach wie vor als „Pflichttermin“.

Albert Kuhm ist ein ausgesprochen bescheidener und bodenständiger Mensch, der nun- mehr seit 65 Jahren in der Mörscher Straße in dem von ihm so geliebten Stadtteil Grünwinkel wohnt. Grünwinkel bedeutet für ihn Geborgenheit, Vertrautheit, Freundschaft und Bekanntschaft mit vielen Menschen. Der FV Grünwinkel indes war, ist und bleibt für ihn die „Heimat der Seele“.