Audio

gesprochen von Markus Kambeck

Naturfreunde Grünwinkel

Beim „Touristenverein Die Naturfreunde, Bezirksgruppe Grünwinkel,“ wie die offizielle Bezeichnung lautet, handelt es sich zwar um keinen klassischen Sportverein herkömmlicher Prägung, doch war körperliche Betätigung in freier Natur von Anbeginn erklärtes Ziel dieser aus der Arbeiter-Bewegung entstammenden Organisation. Neben dem in erster Linie in Gemeinschaft gepflegten Wandern einschließlich mehrtägiger Wanderfahrten, engagierten sich die Grünwinkler Naturfreunde durch die bis heute bestehende vereinseigene Theatergruppe sowie eine allerdings inzwischen nicht mehr existierende Musikgruppe auch kulturell. Über viele Jahre hinweg widmete sich der Verein zudem intensiv der Jugendarbeit und unterhielt lange Zeit eine Kindergruppe.

Die Bezirksgruppe Grünwinkel entstand bereits 1948 als Untergruppe der Naturfreunde- Ortsgruppe Karlsruhe. Ein Status, der bis heute unverändert ist. Neben den bereits damals regelmäßigen Wanderungen veranstalteten die Grünwinkler Naturfreunde 1949 im Gasthaus „Engel“ erste Weihnachtsfeier. 1954 wurde Egbert Riesterer, später bekannt als Vorsitzender des Gesamtpersonalrats der Stadt Karlsruhe, zum Obmann gewählt. Eine gute Zusammenarbeit wurde stets mit dem Bürgerverein und den anderen Grünwinkler Vereinen praktiziert. Die Naturfreunde-Jugend nutzte in den 1950er Jahren beispielsweise gemeinsam mit der Bezirksgruppe der Siedler- und Kleingärtner Karlsruhe e.V. die von der Stadt Karlsruhe zur Verfügung gestellte Nissenhütte an der Eckener Brücke.

Die Naturfreunde Grünwinkel bei einer Ausfahrt 1952 nach Markgröningen.

Die Naturfreunde Grünwinkel bei einer Ausfahrt 1952 nach Markgröningen.

Die Errichtung eines eigenen Naturfreundehauses zogen die Grünwinkler Naturfreunde in Anbetracht ihres Status als Untergruppe der Karlsruher Ortsgruppe mit deren Einrichtungen nie in Erwägung. Als Vereinslokale dienten deshalb im Laufe der Zeit die Gasthäuser „Rössle“, „Siedlerheim“ und schließlich bis heute das Vereinsheim des TSV 1862. Um 1970 erreichte der Mitgliederbestand mit 260 Personen eine nie wieder erlangte Höhe. Neben den regelmäßigen Tageswanderungen in die Gebiete der Region als vorrangiges Vereinsprogramm entwickelten sich in den Folgejahren mehrtägige Wanderfahrten in landschaftlich reizvolle Gegenden Deutschlands und des benachbarten Auslands zu den Höhepunkten des Vereinslebens. Die unermüdliche Theatergruppe bereicherte durch ihre Aufführungen über einen langen Zeitraum viele gesellige Veranstaltungen, u. a. sogar bei benachbarten Ortsgruppen, und konnte im Jahr 2004 ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Als Urgestein der Gemeinschaft kann Manfred Bergdolt bezeichnet werden. Seit 1983 amtiert er unverdrossen und mit viel bewundernswertem Engagement als Vorsitzender. Wie viele andere Vereine auch, sind die Grünwinkler Naturfreunde mit ihren zur Zeit etwa 60 Mitgliedern gegenwärtig damit befasst, dem Trend der Überalterung zu begegnen. Denn nur durch die Gewinnung jüngerer Mitglieder wird es möglich sein, die aus einer sehr langen Tradition gewachsenen Ideale der Naturfreunde- Bewegung auf Dauer auch in Grünwinkel zu sichern.